Im Rahmen des seit März 2019 laufenden Projekts "Kunst an Kölner Litfaßsäulen" der Stadt Köln sind auf 25 ausgemusterten Werbesäulen im gesamten Kölner Stadtraum im zweimonatigen Wechsel eigens für die Säulen konzipierte Kunstprojekte zu sehen.

Seit Anfang November 2020 ist auf den Litfaßsäulen das Projekt „Meine nackten Zahlen“ von Dawid Liftinger plakatiert. Liftinger wirft darin einen nüchternen Blick auf seine eigene Ausstellungstätigkeit seit Beginn seiner künstlerischen Laufbahn, insbesondere die dazugehörigen Honorare, und thematisiert damit auf lakonisch-pointierte Weise eine ganz existenzielle und fundamentale Bedingung künstlerischen Schaffens, nämlich die Notwendigkeit einer angemessenen Vergütung von Künstler*innen für die Nutzung ihrer Werke in Ausstellungen. Dawid Liftinger listet sachlich auf, wie viel er „in 8 Jahren Kunst mit 34 Ausstellungen auf 4 Kontinenten in 14 verschiedenen Städten“ verdient hat. Und das Fazit, das handschriftlich schwarz auf weiß auf den Litfaßsäulen gezogen wird, ist ernüchternd. Unterm Strich, so lässt sich auf den Säulen eindrücklich nachvollziehen, zahlt sich Kunst und Kultur für Kulturschaffende nicht aus. Nur 5% der bildenden Künstler*innen in Deutschland können von ihrer Kunst leben.

Weitere Informationen sowie Leitlinien zur Ausstellungsvergütung (Deutschland) unter: https://www.bbk-bundesverband.de/beruf-kunst/ausstellungsverguetung
Leitlinien zur Ausstellungsvergütung + Honorarrechner (Niederlande): https://kunstenaarshonorarium.nl/en/

Nach dreieinhalb Jahren erfolgreichem Probelauf im Rahmen eines Kooperationsprojekts zwischen der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM), dem Medienhaus Ströer und der Stadt Köln setzt die Stadt Köln seit Ende März 2019 die Aktion "Kunst an Kölner Litfaßsäulen" fort. Das von 2019 bis 2029 laufende Kunst-im-öffentlichen-Raum-Projekt präsentiert in zirka zweimonatigem Wechsel eigens für die Kunstsäulen konzipierte Werke. Künstler*innen werden in einer überregionalen jährlichen Ausschreibung eingeladen, hierfür spezifische Konzepte einzureichen.

In der ersten Ausschreibungsrunde von März 2019 bis August 2020 waren Werke von Philipp Hamann, Marcel Stahn, Doris Frohnapfel, Lyoudmila Milanova, Maurits Boettger, Johannes Post und Martin Wisniowski zu sehen. Den Auftakt der zweiten Ausschreibungsrunde bildete das mehrteilige Kunstprojekt "#360baleado" von Hans Diernberger und Will Saunders, das von September bis Oktober 2020 das Thema der Transidentität im Kölner Stadtbild verortete. Eine erste Iteration des Projekts war in Köln im Dezember 2019/Januar 2020 im KHM-Ausstellungsraum GLASMOOG als 360°-VR-Installation zu sehen. Nun bietet die interaktive Plattform 360baleado.net/de dauerhaft Möglichkeiten zur individuellen Begegnung mit den Portraitierten aus Salvador da Bahia und aus NRW.

Link zur Website der Stadt Köln und zum Projekt "Kunst an Kölner Litfaßsäulen": https://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/kultur/kulturfoerderung/bildende-kunst-kuenstlerische-fotografie-medienkunst-und-neue-medien/kunst-koelner-litfasssaeulen

Fotos: Nadine Müseler


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